Stellungnahme der Freien Wähler Walldürn e.V.

Hiermit reichen wir innerhalb der Auslegungsfrist vom 16.08. bis 24.09.2021 und nach Durchsicht der einsehbaren Unterlagen fristgerecht unsere Stellungnahme ein.

Auch zum jetzigen Zeitpunkt stehen wir, wie bereits während des bisherigen Verfahrens, einigen Punkten kritisch bzw. ablehnend gegenüber und es bleiben aus unserer Sicht Fragen offen.

Da wir uns in den vorangegangenen Verfahrensschritten bereits ausführlich und nachlesbar zu Wort gemeldet haben, beschränkt sich unsere erneute Stellungnahme auf die Änderungen seit der letzten Offenlage. Unser Fokus liegt auf der Kommune Walldürn.

Eine Änderung betrifft die Fläche 84 „Vorderer Wasen II“, denn die Fläche wird aufgrund der entgegenstehenden raumordnerischen Belange nicht weiterverfolgt.

Damit ist eine unserer Forderungen erfüllt.

Zu lesen ist allerdings in der erneuten Offenlage auch folgendes: “Sollte im Rahmen der aktuell laufenden Regionalplanänderung die Fläche restriktionsfrei gestellt werden, kann sie im Rahmen einer Änderung des Flächennutzungsplans zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden.“ (siehe FNP 2030 Begründung-Erneute Offenlegung, Seite 38)

Zu dieser Regionalplanung „Einheitlicher Regionalplan Rhein-Neckar ERP (1.Änderung/Stand Februar 2021)“ haben die Freien Wähler Walldürn e.V. am 4.6.2021 ebenfalls Stellung genommen und auch hier die Fläche 84 (im ERP = Fläche NOK 05) abgelehnt.

Eine spätere Wiederaufnahme der Fläche 84 kommt für uns nicht in Frage.

Anders verhält es sich bei der Änderung der Fläche 85 „Roter Weg“. Es war bisher schon unverständlich, dass nur eine Teilfläche bebaut werden sollte, nämlich die an der Erschließung „Roter Weg“ gelegene Fläche für nur ca. 6 Bauplätze. Nun soll nicht einmal diese Fläche weiterverfolgt werden.

Und das obwohl der bisher im Raum stehende möglicherweise entstehende Immissions-konflikt bzgl. der Nibelungenkaserne aufgrund der Ergebnisse einer mittlerweile durch-geführten schalltechnischen Untersuchung und geänderten rechtlichen und gesetzlichen Bedingungen nun eine Wohnbebauung zulassen würde (siehe FNP 2030 Begründung-Erneute Offenlegung, Seite 36).

Dieses Resultat ist begrüßenswert.

Denn bereits seit Jahrzehnten reicht Wohnbebauung (u.a. Hollerstock-Kirschmerseihe II / siehe Anlage 1) bis unmittelbar ans Kasernentor und von Konflikten war bisher nie die Rede.

Aber für die Herausnahme der Fläche gibt es nun eine neue Begründung. Denn es wurden die Erschließungskosten untersucht und aktuell für wirtschaftlich nicht vertretbar (Entsorgung/Kanal) eingestuft (siehe FNP 2030 Begründung -Erneute Offenlage, Seite 36).

Diese Begründung können die Freien Wähler absolut nicht nachvollziehen und halten weiterhin die gesamte Fläche Roter Weg für die Wohnbauentwicklung der Stadt Walldürn für unverzichtbar.

 Die Fläche ist von drei Seiten erschlossen (Roter Weg, Jahnstraße, Hornbacher Straße).Bei den nächstgelegenen Kasernengebäuden handelt es sich um Unterkunftsgebäude und das Casino, nicht um Werkstätten oder Fahrzeughallen.

Die Fläche ist in Kombination mit der von der Kommune geplanten Fläche „Neuer Wasen“ in idealer Weise geeignet, die Wohnbebauung der Kommune im Westen abzurunden.

(siehe Anlage 1: Google Maps Auszug mit Markierung Neuer Wasen und Roter Weg)                             (siehe Anlage 2: Auszug aus der Begründung zum Bebauungsplan „Neuer Wasen“ der  Stadt Walldürn, Stand Juli 2021, Seite 7 und Lageplan)

Was bei der Fläche „Neuer Wasen“ von der Kommune als „Bauflächenzusammen-schluss“ und „städteplanerische Anschlussbebauung“ (siehe Anlage 2, Seite 3) zu bestehenden Wohnbauflächen tituliert wird, ist gleichermaßen übertragbar auf die Fläche „Roter Weg“ in Bezug auf deren Umgebung.

Das Gelände ist hauptsächlich eben und entspricht damit der benachbarten Fläche „Neuer Wasen“ (siehe Anlage 2, Seite 4).

Bei der benachbarten Fläche „Neuer Wasen“ scheint die Ver- und Entsorgung über bereits vorhandene Einrichtungen sichergestellt werden zu können (siehe Anlage 2, Seite 12).Was verhält sich bei der Fläche „Roter Weg“ so anders, dass es zum wirtschaftlichen No-Go kommt?

Wir halten unsere Forderung aufrecht, die gesamte Fläche „Roter Weg“ zur Bebauung vorzusehen.    

Weiterhin fordern wir die Weiterverfolgung der Fläche Steinacker-Auerberg. Hier besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan. Auch hier ist am Ortslageplan M1/5000 zum FNP 2030 eindeutig zu erkennen, dass Nr.20 Steinacker-Auerberg für die Abrundung des Stadtrandes gut geeignet ist (siehe Anlage 3).

Gleiches gilt für die Erweiterung der Bebauung Leinenkugel auch auf der gegenüber-liegenden Seite der Gregor-Mendel-Straße/Ecke Dr.-Leonhard-Nimis-Straße und Richtung Bahn in Verlängerung der Hans-Eckstein-Straße (siehe Anlage 4).

Zudem hat die Nutzung vorhandener kleinerer Flächen und der zahlreicher Baulücken u.E. auch in Zukunft Priorität.

 Wir verweisen außerdem auf unsere schriftlichen Stellungnahmen vom 6.11.2017 zum FNP 2030 mit Ergänzung vom 10.12.2017, vom 12.1.2017 zum FNP „Schöner Busch-Löschen-äcker“, vom 14.7.2017 dito, vom 22.5.2018 zum FNP 2015 „Schöner Busch“ und vom 4.9.2018 und zuletzt 29.7.2020 zum FNP 2030. Diese Einlassungen halten wir weiterhin aufrecht.

 

Ramona Paar                                                                                                                                                Vorsitzende Freie Wähler Walldürn e.V.                                                                                                Montereau-Allee 2

74731 Walldürn

 

Anlage 1: Google Maps DIN A3 Auszug mit Markierung der Flächen „Roter Weg“ und „Neuer Wasen“

Anlage 2: Auszug aus „Begründung zum Bebauungsplan Neuer Wasen“ der Stadt Walldürn Stand Juli 2021 / Deckblatt, Seiten 3,4,7,12,16 und Lageplan (Vorlage zur öffentlichen Gemeinderatssitzung v. 27.7.2021, Top 12) mit ergänzten Markierungen (nicht beigefügt)

 

Anlage 3: Google Maps DIN A4 Auszug mit Markierung der Fläche „Steinacker-Auerberg“

Anlage 4: Google Maps DIN A4 Auszug mit Markierung der Fläche „Leinenkugel“ u. Gregor-Mendel-

Str/Ecke Dr.-Leonhard-Nimis-Str. u. Gregor-Mendel-Str./Verlängerung Hans-Eckstein-Str.

 



 


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