4. Dezember 2019

Ramona Paar antwortete auf Leserbrief „ Mehr Schutz und Raum für Radfahrer“  vom 22.11.19 in der FN und RNZ am 26.11.2019 wie folgt:

Als ebenso leidenschaftliche Radlerin wie Fußgängerin erlebe ich zum Teil mehrfach in der Woche brenzlige Situationen nicht nur auf dem besagten Radweg in der Ringstraße sondern auch sonst auf Walldürner Straßen.

Das reicht vom zu nahem seitlichen Vorbeifahren und knappem Überholen über Vorfahrt nehmen, bis zum Zuparken von Rad-und Fußwegen durch Autos z.B. an Geschäften.

Oft sagen die darauf angesprochenen Autofahrer/innen „Ich bin doch gleich wieder weg. Ich hole nur schnell ein Brötchen“ oder ähnliches. Auch Fußgänger mit oder ohne Kinderwagen oder mit Gehhilfen  sind vom Zuparken der Rad-/Gehwege betroffen.

Zusätzlich zwingen in die Gehwege ragende Hecken am o.g. Radweg und anderswo die Fuß-gänger, auch z.B. Schüler/innen, zum Ausweichen auf den Radweg oder noch schlechter, auf die Straße. Damit verlagern sich dann zeit- und streckenweise alle Verkehrsteilnehmer kom-plett auf die Fahrbahn. In der Folge kommt es zu gefährlichen und chaotischen Situationen. Hinzu kommt die Unübersichtlichkeit an Einmündungen oder Kreuzungen durch „grüne Wände“ oder sonstige hohe geschlossene Einfriedungen.

Ich verkenne nicht, dass auch Radler/innen aufgrund unsicherer oder, auch umgekehrt, zu selbstbewusster Fahrweise Problemverursacher sind. Der Boom der Pedelecs trägt ab und an zu weiterer Gefährdung bei.

Dabei würde gegenseitige Rücksichtnahme manchmal auch schon helfen.

Aber soviel steht fest:

Alle Bürger/innen sind vollwertige Verkehrsteilnehmer mit Rechten und Pflichten. Es ist schon lange klar, dass nur die gleichberechtigte Teilhabe an Mobilität, die wir ja alle so schätzen, zukunftsträchtig und nachhaltig ist. Dazu soll der Verkehr fließen und nicht stehen. Die Zeiten, in denen Kommunen sich nur einseitig auf autogerechte Erschließung konzen-trieren konnten, sind vorbei und das ist gut so. Verkehrskonzepte, die alle Beteiligten integrieren und berücksichtigten, haben Lebens- und Aufenthaltsqualität auf Straßen, Rad- und Gehwegen, Parkierungsflächen, Plätzen und verkehrsberuhigten Zonen zur Folge.

Dazu braucht es die Kommunikation mit den Bürgern/innen und, wo nötig, Kontrollen und Vollzugshandlungen, ein Parkleitsystem und übersichtliche eindeutige Beschilderung sowohl im Stadtkern als auch schon bei den Zubringerstrecken. Ca. 30% des Verkehrsaufkommens entsteht beim Anfahren von oder auf der Suche nach Parkplätzen. Durch diverse aktuelle Bauvorhaben im Stadtkern wird sich hier der Druck vermutlich noch erhöhen. Ein Grund mehr, das zugegebenermaßen komplexe Thema „Nachhaltige Mobilität“ konsequent zu verfolgen.

Die Analysen dazu liegen vor, auch in Walldürn. Das o.g. ist so sinngemäß im von der Stadt beauftragten und vorliegenden städtebaulichen Feinplanungskonzept zu lesen, an dem auch Verkehrsplaner beteiligt waren.

Als die Kommune in die Planung für die Neugestaltung der Unteren Vorstadtstraße eingestiegen ist, sollten 2015 die Fraktionen und Gruppierungen im Gemeinderat jeweils ihre Stellungnahme dazu abgeben. Die Freien Wähler Walldürn haben das damals umfangreich und fristgerecht getan. Bestandteil dieser Stellungnahme war u.a. die Einrichtung eines sog. Schutzstreifens für Radler als zeitgemäße und allerorten erprobte Möglichkeit, sicheren Radverkehr zu ermöglichen, bei gleichzeitig gewährleisteter Befahrbarkeit durch Fahrzeuge, solange und wenn gerade kein Radverkehr auf dem Schutzstreifen stattfindet. Wir dachten, bei der Neugestaltung einer so wichtigen innerörtlichen Straße, wäre diese Maßnahme sinnvoll und zukunftsträchtig, auch mit Anbindung des Jugend-und Kulturzentrums Alter Schlachthof. Wir wurden bei den Abstimmungen im Gemeinderat eines Besseren belehrt. Ausnahmslos alle anderen Fraktionen/Gruppierungen haben den Schutzstreifen z.T. vehement abgelehnt, u.a. mit der Aussage „So ein Schutzstreifen bietet nur Pseudosicherheit für die Radler“. Also wurde einmal mehr der Autoverkehr priorisiert.  Immer mal wieder wird auch über die Öffnung der Hauptstraße, in Teilen oder ganz, in diese oder jene Richtung, diskutiert. Auch dortige Geschäftsinhaber und Anwohner haben unterschiedliche Meinungen. Allerdings kann man die Hauptstraße in der jetzigen Form auch als fast einzige in Walldürn halbwegs beruhigte und für alle Verkehrsteilnehmer einigermaßen gleichberechtigt nutzbare Fläche interpretieren.

Jedenfalls ist ohne die vollwertige Integration von Fußgängern und Radfahrern nachhaltige Mobilität innerhalb der Kommune nicht zu erreichen. Da ist in Walldürn noch viel Luft nach oben.

 

 

 

 

 


19. Oktober 2019

Ja, die Bauplatzgrößen im Gebiet Leinenkugel könnten kleiner sein. Anstatt der vorgesehenen 16 Plätze könnten u.U. ca. 2-4 Plätze mehr aus der Fläche herausgeholt werden. Dies ist auf jeden Fall der Überlegung wert und wurde im Technischen Ausschuss auch angeregt. Alternativen vorzuhalten, unabhängig ob es um Bauplätze oder sonstige Vorhaben geht, wird definitiv zu wenig praktiziert und wurde von uns schon öfter reklamiert unter anderem in unseren Stellungnahmen zum Haushalt 2018 und 2019.

Dass die Mitbürger Horst Forster und Ulrich Arnold verwundert sind über die Beschlussfassung im Gemeinderat am 20.5.19 zur Leinenkugel verwundert wiederum die Freien Wähler.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die beiden bei der Kommunalwahl 2019 Kandidaten auf der Liste der DCB sind und insofern nicht einfach nur Zuhörer bei einer Gemeinderatssitzung.

Die größere Verwunderung hätte bei den beiden doch wohl die Zustimmung der fünf DCB Gemeinderäte zur Leinenkugel auslösen müssen. So groß waren die Bedenken und der Wunsch nach Alternativen bei der DCB dann wohl doch nicht.

Auch hätte die DCB (sowie CDU, SPD, WAL) beim Tagesordnungspunkt „Gestaltung von Grünflächen nach Bebauungsplänen“ sich für weniger Versiegelung und den Erhalt von Lebensraum entscheiden können und hat es nicht getan. Dieses Thema lag seit Januar als Antrag der Freien Wähler auf dem Tisch.

Bei fristgerechten Stellungnahmen u.a. zum Flächennutzungsplan 2030, haben die Freien Wähler regelmäßig ein Alleinstellungsmerkmal. Jedes Mal wurden von uns detailliert Vorschläge gemacht zur Erschließung kleinerer Grundflächen und Ergänzung vorhandener Bebauung.

Also – die Freien Wähler machen ihre Hausaufgaben, nehmen Stellung und lehnen, wo nötig auch ab. Als Beispiel dafür stehen unsere Aussagen zur Erweiterung Vorderer Wasen (FN 16.5.19). Bei der Fläche Leinenkugel halten wir eine schnellstmögliche Erschließung für vordringlich.

 

Aber in Wahlkampfzeiten herrschen wohl besondere Regeln. Schade!

 

 

 

 


24. Juli 2019

Neu in der Verantwortung:

Von den Freien Wähler wurden gam 23. Juli 2019 vom Gemeinderat Walldürn gewählt: Stephan Blum zum Ortsvorsteher Gottersdorf, Gina Bodirsky zur Stellvertretenden Ortsvorsteherin Gottersdorf und Timo Link zum stellvertretenden Ortsvorsteher in Reinhardsachsen. (v.l.n.r.)

 


21. Mai 2019

Zum FNP 2030 des GVV Hardheim-Walldürn haben die Freien Wähler bereits mehrfach, zuletzt am 4.9.2018, fristgerecht Stellung genommen.

Bei allen Flächenausweisungen favorisieren wir die Nutzung innerörtlicher Potenziale und die Umnutzung von Leerständen. Qualitativ gute Nachverdichtung, einladende Plätze und Freiräume schaffen gute Nachbarschaft, z.B. auch in nutzungsgemischten Quartieren.

Generell soll – egal ob Wohn- oder Gewerbeflächen – nach dem Grundsatz der bedarfs-gerechten Erschließung gehandelt werden. Gute Beispiele dafür sind Leinenkugel oder Neuer Wasen, Flächen, die wir immer unterstützt haben. Am Herzen liegen uns z.B. noch die Flächen „Roter Weg“ bis zur Kaserne, Auf der Heide oder gegenüber der Leinenkugel.

Auch sonst klaffen viele Lücken in allerbesten erschlossenen Lagen.

Dem ungebremsten Flächenfraß aufgrund eines Überbietungswettbewerbs der Kommunen

um jeden möglichen Einwohner – bevorzugt junge Familien – ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht entgegen zu wirken. Versiegelung und Landschaftsverbrauch sind irreversibel. Umfangreiche Erschließungs- und Unterhaltungsmaßnahmen belasten Stadtkassen und Personal.

Die mangelnde Verkaufsbereitschaft der Privateigentümer darf kein Argument sein für das Ausweichen auf die grüne Wiese, die auch nicht in öffentlicher Hand ist. Zudem werden umfangreiche Ausgleichsflächen benötigt.

Für den Erhalt des gewachsenen Charakters und der Lebensqualität der Ortsmitten ist die dauernde Anstrengung für die Innenentwicklung ohne Alternative.

Wir lehnen neue Erschließungen nicht generell ab, aber gerade wegen der Verantwortung zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen stehen wir der weiteren Umwandlung des Vorderen Wasens ablehnend gegenüber.

 


5. Mai 2019

An

den Verbandsvorsitzenden des

GVV Hardheim-Walldürn und

Bürgermeister der Stadt Walldürn

Herrn Markus Günther

Hauptstraße 27

74731 Walldürn                                                                                 Walldürn, 23.4.2019

 

Betrifft: Nicht-öffentliche Informationsveranstaltung bzgl. Gefahrenpotential für den   Luftverkehr am Verkehrslandeplatz Walldürn am 26.März 2019 in Walldürn – Entbindung von der Schweigepflicht

 

Sehr geehrter Herr Verbandsvorsitzender und Bürgermeister Günther,

während der Veranstaltung wurde vom Versammlungsleiter ,Herrn Bürgermeister Rohm (in Vertretung des Verbandsvorsitzenden wegen Erkrankung) mehrfach auf die Nichtöffentlich-keit der Sitzung und infolgedessen auf die Pflicht zur Verschwiegenheit der Teilnehmer/-innen hingewiesen.

Jedoch konnte man bereits am 28.3.19 ausführlich über die Sitzungsinhalte in der Zeitung lesen, es folgten mehrere Leserbriefe z.B. am 5.4.19.

Aus unserer Sicht war die Veranstaltung wichtig, vom Ablauf her aufschlussreich ,aber auch längst überfällig. Warum sie nicht-öffentlich abgehalten wurde, haben wir nicht verstanden. Die Gemeindeordnung BW sagt dazu: „Nichtöffentlich darf nur verhandelt werden,wenn es das öffentliche Interesse oder berechtigte Interessen Einzelner erfordern.“

Da es um die Präsentation von Analysen zum bereits umfangreich behandelten Konflikt zwischen Verkehrslandeplatz und den WEA´s Kornberg ging und eine Informationsveranstaltung zum gleichen Thema in Hardheim öffentlich war, sehen wir die Voraussetzungen für Nichtöffentlichkeit hier nicht gegeben.

Wir fordern Sie also auf, die betroffenen Gemeinderäte*innen von der Schweigepflicht bzgl. der o.g. Veranstaltung zu entbinden.

Mit freundlichen Grüßen

Ramona Paar, Stadträtin         Helmut Kubin, Stadtrat